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10 Jahre Riester-Rente- lohnt sich die private Altersvorsorge?

Vor zehn Jahren wurde die staatlich geförderte private Altersvorsorge eingeführt, seitdem ist sie als so genannte Riester-Rente geläufig. Bei der Einführung argumentierten die staatlichen Stellen mit dem demographischen Wandel in der Gesellschaft, ein weiteres und privates Standbein soll die finanzielle Lage im Alter für private Sparer entlasten helfen, als Anreiz schießt der Staat jährliche Prämien zu. Nun hat die DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung die so genannte Riester-Rente genauer unter die Lupe genommen, und kommt zum Ergebnis, dass die Riester-Rente für Sparer in den seltensten Fällen sich lohnt.

Bei der Untersuchung der Wirksamkeit haben die Forscher dabei die Frage der Rentabilität der Riester-Rente aufgeworfen, sie kommen zu einem erschütternden Ergebnis. So führten insbesondere die gesetzlichen Veränderungen zu einer Verschlechterung der Ergebnisse. Demnach dürfen Riester-Produkte nur noch als Unisex-Tarife angeboten werden (also keine Diskriminierung nach Geschlecht), dies führt zur Praxis der Versicherungen, so genannte Sterbetafeln (also erwartete durchschnittliche Lebenserwartung der Versicherten) zur Berechnung der ausgeworfenen Rente zu verwenden. Dabei gehen die Versicherungen davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung weiterhin wachsen wird, noch 2005 rechneten sie mit einer Lebenserwartung von 86,1 Jahre (prognostiziert für aktuell 35jährige), inzwischen gehen die Versicherungen von 92,2 Jahren aus. Dementsprechend sinken die Beiträge der Ausschüttungen, heißt konkret, die Riester-Rente wirft weniger ab.

Des Weiteren schmälern die aktuellen Entwicklungen auf den Finanzmärkten die möglichen Ausschüttungen, wie alle Versicherungen (wie Lebensversicherungen), hat auch die so genannte Rister-Rente mit den niedrigen Zinsen der EZB zu kämpfen. Sichere Anlagen mit hohen Zinsen sind inzwischen recht rar, die Verunsicherungen im Zuge der Schuldenkrise lässt kaum spekulative Geschäfte zu. Deswegen erwarten die Versicherungen lediglich Zinsen von 2,25 %, dieser Wert lag vor zehn Jahren noch bei 3,25 %. Somit wird kaum die Inflation ausgeglichen.

Weiterhin gilt es dringendst zu beachten, dass die Riester-Rente später verrechnet wird, d.h. obschon man privat vorgesorgt haben mag, kriegt man am Ende eventuell lediglich die Grundsicherung ausgezahlt. Riester-Rente lohnt sich nicht für geringe Einkommen. Zusätzlich verlangen Banken recht hohe Gebühren, in manchen Fällen sogar höhere Gebühren als die staatlichen Zuschüsse. Wer eine Riester-Rente abbricht, bekommt auch sehr hohe Gebühren berechnet.

Insgesamt seien die erwartenden Rentenhöhen seit Einführung um ein Drittel gesunken, die gesetzlichen Anpassungen der letzten zehn Jahre haben die zu erwartenden Renten deutlich schmälern lassen. Darüber hinaus sind die hohen Gebühren der Banken und Versicherungen ärgerlich, ein willkommenes Geschäft für diese. Die extrem langen Laufzeiten lassen kaum Flexibilität zu, und bei den niedrigen Zinsen derzeit wird kaum die Inflation aufgefangen. Deswegen nimmt es nicht Wunder, wenn DIW-Forscherin Kornelia Hagen über die Riester-Rente sinngemäß sagt, diese sei so wertvoll wie ein Sparstrumpf. Sparer sollten auf jeden Fall auch andere Sparprodukte (Lebensversicherungen, Fonds etc) vergleichen.

 

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