China: Industrielle Produktion auf einem 32-Monatstief

Erstmals seit Jahren lässt die industrielle Produktion in China spürbar nach, wie nun die Zahlen für den Ausstoß in der Fertigung im November belegen. Demnach befindet sich die Wirtschaft Chinas auf einem 32-Monatstief. Letztlich werden hierfür die globale Verunsicherungen auf den Finanzmärkten und die Staatsschuldenkrise der Euroländer und der USA als Ursachen genannt. Zur Bemessung der Stimmung der chinesischen Wirtschaft wird die so genannte Einkaufsmanager-Umfrage (PMI: Purchasing Manager Index) herangezogen, im November ist dieser Wert unter die Marke von 50 gefallen.

Ab einem Wert von 50 besagt die PMI, dass die Wirtschaft zukünftig wachsen wird, bei einem Wert darunter verdichten sich die Hinweise, dass die Produktion eher abnimmt. Aktuell befinden sich die wichtigsten Ausfuhrmärkte Chinas, USA und die EU, in Schwierigkeiten, die Nachfrage aus diesen Regionen hat deutlich nachgelassen. Betroffen sind vor allem Telekommunikationsausrüster und die chemische Wirtschaft. Des Weiteren wird, verbunden mit der sinkenden Nachfrage des Exports, auch die Binnennachfrage in den kommenden Monaten deutlich nachlassen.

Die chinesische Zentralbank hat als erste Reaktion die Anforderungen der Mindestreserve für chinesische Banken von 21,5 % auf 21 % gesenkt. Hatte man noch vor kurzem die drohende Inflation im Blick und hat fiskalisch gegensteuern wollen, will nun die chinesische Staatsführung die Binnennachfrage stärken. Dazu sollen Löhne und Gehälter auf dem chinesischen Festland steigen. Inwiefern die chinesische Wirtschaft wirklich abkühlt, kann man spätestens im Februar nachzeichnen, doch alle Hinweise verdichten sich, dass die chinesische Wirtschaft weiter schrumpfen wird.